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Suizidhilfe: 10 Fragen - 10 Antworten
2 - Was ist der Unterschied zwischen Sterbehilfe und Suizidhilfe?

In den internationalen medizinethischen und rechtlichen Diskussionen kursieren verschiedene Definitionen von Sterbehilfe und Suizidhilfe. Dennoch ist es wichtig, einige grundsätzliche Differenzierungen festzuhalten. Ein grundsätzlicher Unterschied zwischen Sterbe- und Suizidhilfe betrifft den Adressatenkreis. Sterbehilfe richtet sich an sterbende, Suizidhilfe an sterbewillige Menschen. Sterbende befinden sich in ihrer letzten Lebensphase. Entsprechend meint Sterbehilfe ein begleitendes Handeln im Sterben, das in den Sterbeprozess mit dem Ziel eingreift, diesen zu steuern, Leiden zu lindern und das Sterben – häufig – zu verkürzen.
Sterbewillige Menschen befinden sich nicht notwendig in der Sterbephase. In vielen Fällen werden sie erst durch Suizidhilfe zu Sterbenden. Nicht zwingend ihr körperlicher Zustand, sondern ihr Wunsch, das eigene Leben zu beenden, macht sie zu Sterbenden. Deshalb muss Suizidhilfe korrekt als Hilfe zum Sterben bezeichnet werden.
Sterbehilfe reagiert auf den leiblichen Zustand einer Person, Suizidhilfe auf mentale Zustände (Wünsche, Willensbekundungen) einer Person. Die Willensäusserung eines Menschen kann schwerer wiegen als ihr leiblicher Zustand, während bei der Sterbehilfe das Vorliegen eines bestimmten leiblichen Zustandes (terminale Krankheitsphase) eine notwendige und unhintergehbare Bedingung für das ärztliche Handeln darstellt. Sterbehilfe verhält sich somit symptomatisch zu einem bestehenden leiblichen Zustand. Suizidhilfe kann dagegen darauf gerichtet sein, eine solche Situation überhaupt erst kausal hervorzubringen.
...nächste Frage: Warum organisierte Suizidhilfe?
Material
Medienverlautbarungen des SEK und weitere LinksStudien des SEK zum Thema Sterbehilfe und Suizidhilfe
10 Fragen und Antworten downloaden
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